Vernetzungsstelle Seniorenernährung

Gesunde Ernährung für Senior*innen - Teilhabe und Integration in der Kommune

Unser aktuelles IN FORM-Projekt

Im Fokus des IN FORM-Projektes "GUENSTIKGesunde Ernährung für Senior*innen – Teilhabe und Integration in der Kommune" steht die Förderung einer ausgewogenen Ernährung im Alter – insbesondere zur Vorbeugung von Sarkopenie (Verlust von Muskelmasse und -kraft). Ziel ist es, älteren Menschen ein möglichst langes, selbstbestimmtes Leben in der eigenen Kommune zu ermöglichen und zugleich pflegende Angehörige zu entlasten. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf armutsgefährdeten und -betroffenen Senior*innen. Gemeinsam mit zwei Modell-Kommunen werden praxisnahe Ansätze entwickelt, um ältere Menschen in prekären Lebenslagen besser zu erreichen und gesundheitsfördernde Strukturen vor Ort zu stärken.

Aktuelles

Wir freuen uns, das neue, vom BMLEH geförderte IN FORM-Projekt GUENSTIK in der Vernetzungsstelle Seniorenernährung Schleswig-Holstein zu starten.

Seit dem 1. Juli 2026 wird das Projekt umgesetzt und Gespräche mit relevanten Akteur*innen in Kommunen in Schleswig-Holstein geführt. Gemeinsam mit zwei interessierten Modellkommunen sollen tragfähige Netzwerke aufgebaut und Arbeitskreise etablieren werden. Ziele sind:

  • Sakopenie zu vermeiden oder den Krankheitsverlauf zu verzögern, damit
  • einen Pflegebedarf zu vermeiden oder eine Erhöhung des Pflegebedarfs zu verzögern
  • pflegende Angehörige zu entlasten.

Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren zukünftigen Kooperationspartner*innen!

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie in unserem Projekt-Steckbrief.


Ernährungsarmut

Ernährungsarmut bedeutet, dass Menschen aufgrund begrenzter finanzieller Möglichkeiten nicht in der Lage sind, sich dauerhaft gesund und ausgewogen zu ernähren. Der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) bezeichnet dies als materielle Ernährungsarmut. Darüber hinaus umfasst Ernährungsarmut auch eine soziale Dimension. Essen ist mehr als die reine Nahrungsaufnahme: gemeinsame Mahlzeiten, Cafébesuche oder das Einladen von Familie und Freunden sind wichtige Bestandteile sozialer Teilhabe und Lebensqualität. Können Menschen aus finanziellen Gründen daran nicht teilnehmen, spricht der WBAE von sozialer Ernährungsarmut. (WBAE, März 2023)

In Deutschland sind nach Schätzungen des statistischen Bundesamtes 13,3 Mio. Menschen (16,1% der Bevölkerung) von Einkommensarmut bzw. Einkommensgefährdung betroffen. Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60% des mittleren Netto-Einkommens der Bevölkerung hat. Ältere Menschen sind überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen: Fast jede fünfte Person ab 65 Jahren gilt als armutsgefährdet. Ernährungsarmut ist ein extrem wichtiges Thema sowohl für die Gesundheit als auch für die gesellschaftliche Teilhabe im Alter.(Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2024)


Materialien

Im Rahmen des Projekts werden an dieser Stelle zielgruppengerechte Factsheets sowie weitere Materialien und Medien veröffentlicht. Sie greifen zentrale Themen des Projektes auf und unterstützen dabei, Wissen verständlich aufzubereiten und in die Praxis zu übertragen.


Projekthintergrund

Eine ausgewogene Ernährung ist eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit, Selbstständigkeit und Lebensqualität im Alter. Gleichzeitig sind viele ältere Menschen von Altersarmut, gesundheitlichen Einschränkungen oder sozialer Isolation betroffen. Diese Faktoren erschweren häufig den Zugang zu einer bedarfsgerechten Ernährung und erhöhen das Risiko für Fehl- und Mangelernährung – insbesondere in ländlichen Regionen, in denen Versorgungsangebote oftmals nur eingeschränkt verfügbar sind. In Schleswig-Holstein waren im Jahr 2024 18,5 % der Menschen über 65 Jahre armutsgefährdet. Frauen dieser Altersgruppe sind mit einer Armutsgefährdungsquote von 20,1 % besonders betroffen (Armutsgefährdungsquote –Sozial- und Gesundheitsmonitoring Schleswig-Holstein externer Link)

Mit dem Projekt IN FORM-Projekt GUENSTIK – Gesunde Ernährung für Senior*innen – Teilhabe und Integration in der Kommune" entwickelt die Vernetzungsstelle Seniorenernährung im Projektzeitraum vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2028 gemeinsam mit einer städtischen und einer ländlichen Modell-Kommune nachhaltige Maßnahmen, um die Ernährungssituation älterer Menschen in prekären Lebenslagen zu verbessern. Bestehende Netzwerke werden dabei genutzt und weiterentwickelt. Gleichzeitig werden kommunale Akteur*innen, die in engem Kontakt zur Zielgruppe stehen, aktiv in den Entwicklungsprozess einbezogen.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Prävention von Mangelernährung und der damit verbundenen Sarkopenie – dem Verlust von Muskelmasse, Muskelkraft und Muskelfunktion. Beide Erkrankungen können schwerwiegende gesundheitliche Folgen haben und unter anderem das Risiko für Mobilitätseinschränkungen, Stürze, Schluckstörungen und somit Pflegebedürftigkeit erhöhen. Auch die soziale Teilhabe wird zunehmend eingeschränkt. Für ältere Menschen, die von Ernährungsarmut betroffen sind, ist das Risiko besonders hoch, da eine ausgewogene Ernährung häufig sowohl aus finanziellen Gründen als auch aufgrund eines eingeschränkten Zugangs zu geeigneten Lebensmitteln oder fehlender Ernährungsinformationen schwer umzusetzen ist.

Auch die pflegenden An- und Zugehörigen stellen eine wichtige Zielgruppe dar. Die Pflege von Menschen mit zunehmenden Mobilitätseinschränkungen stellt sowohl eine psychische als auch insbesondere eine körperliche Belastung dar. Pflegende sind aktiv in deren Mahlzeitengestaltung eingebunden und müssen zugleich die eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit bestmöglich erhalten.

Das Projekt setzt deshalb auf Information, Vernetzung und praxisnahe Maßnahmen, um gesundheitsfördernde Strukturen für alle Beteiligten in den Kommunen nachhaltig zu entwickeln und zu stärken. Ziel ist es, das Bewusstsein für die Bedeutung einer ausgewogenen, für die Erkrankung Sarkopenie besonders relevanten proteinreichen Ernährung zu fördern und Erkenntnisse sowie erprobte und bewährte Ansätze über die Modell-Kommunen hinaus nutzbar zu machen.

Unsere Ziele

Das Projekt verfolgt drei zentrale Ziele

  • Sensibilisierung & Wissenssteigerung: In den Modellkommunen sind die kommunalen Akteur*innen sowie Senior*innen und deren Angehörige befähigt, die Aspekte zur Verbesserung der Lebensqualität, insbesondere von Ernährungsarmut betroffener, Senior*innen hinsichtlich der Verringerung von Sarkopenie in ihre Tätigkeiten bzw. ihren Alltag zu integrieren.
  • Netzwerkaufbau & Arbeitsstrukturen: In den Modellkommunen bestehen tragfähige, ressortübergreifende Netzwerke, die Ernährung, Pflege und Teilhabe im Alter langfristig miteinander verknüpfen und koordinieren.
  • Kommunale Verankerung: In die Tätigkeiten der Modellkommune werden Aspekte zur Verbesserung der Lebensqualität insbesondere von Ernährungsarmut betroffener Senior*innen hinsichtlich der Verringerung von Sarkopenie integriert.

Über IN FORM

Für den im Jahr 2008 vom Bundeskabinett beschlossenen Nationalen Aktionsplan IN FORM - Deutschlands Initiative für gesunde Ernährung und mehr Bewegung - sind zwei Bundesressorts federführend zuständig: das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) im Bereich Ernährung und das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) im Bereich Bewegung. Ziel ist, das Ernährungs- und Bewegungsverhalten der Menschen dauerhaft zu verbessern. Weitere Informationen unter: https://www.in-form.de/