Vernetzungsstelle Seniorenernährung
Gesunde Ernährung für Senior*innen - Teilhabe und Integration in der Kommune
Projekthintergrund
Eine ausgewogene Ernährung ist eine wichtige Voraussetzung für Gesundheit und Lebensqualität im Alter. Auf der anderen Seite sind allerdings viele ältere Menschen von Altersarmut, gesundheitlichen Einschränkungen oder sozialer Isolation betroffen. Diese Faktoren erschweren häufig den Zugang zu einer bedarfsgerechten Ernährung und können das Risko für Fehl– oder Mangelernährung begünstigen. Insbesondere in ländlichen Regionen, in denen Versorgungsangebote oft nur eingeschränkt verfügbar sind. In Schleswig-Holstein waren 18,5 % der Personen über 65 Jahre im Jahr 2024 armutsgefährdet. Mit 20,1 % sind Frauen älter als 65 Jahre besonders betroffen (Armutsgefährdungsquote – Sozial- und Gesundheitsmonitoring Schleswig-Holstein).
Das IN FORM-Projekt „GUENSTIK – Gesunde Ernährung für Senior*innen – Teilhabe und Integration in der Kommune“ setzt genau hier an. In der Projektlaufzeit vom 1. Juli 2026 bis zum 30. Juni 2028 entwickelt die Vernetzungsstelle Seniorenernährung Schleswig-Holstein gemeinsam mit einer städtischen und einer ländlichen Kommune nachhaltige Maßnahmen, um ältere Menschen in prekären Lebenslagen besser zu erreichen und gesundheitsfördernde Strukturen vor Ort zu stärken. Dabei werden vorhandene Netzwerke genutzt und weiterentwickelt sowie den beteiligten Akteur*innen aktiv in den Entwicklungsprozess einbezogen, die nah an den Menschen sind und dazu beitragen können, die Ernährungssituation älterer Menschen in Ihrer Umgebung zu verbessern.
Ein besonderer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Prävention von Mangelernährung und die draus begünstigte Sarkopenie (Abbau von Muskelmasse, - funktion und -kraft). Denn die Folgen dieser Erkrankungen können mit einer erhöhten Sturzgefahr, zunehmenden Schluckstörungen und damit verbunden eine Zunahme von Pflegebedürftigkeit einhergehen. Besonders von Ernährungsarmut betroffenen Senior*innen ist das Risiko für Sarkopenie erhöht, da die Umsetzung einer ausgewogenen, proteinreichen Ernährung schwer zu realisieren ist – so wohl aus finanziellen Gründen als auch durch mangelnden Zugang zu entsprechenden Lebensmitteln und fehlende Ernährungsinformationen.
Durch Information, Vernetzung und praxisnahe Maßnahmen soll das Bewusstsein für die Bedeutung einer ausgewogenen, proteinreichen Ernährung gestärkt und die Lebensqualität älterer Menschen langfristig, auch über die Modell-Kommunen hinaus, verbessert werden.
Unsere Ziele
Das Projekt verfolgt drei zentrale Ziele:
- Sensibilisierung & Wissenssteigerung: In den Modellkommunen sind die kommunalen Akteur*innen sowie Senior*innen und deren Angehörige befähigt, die Aspekte zur Verbesserung der Lebensqualität, insbesondere von Ernährungsarmut betroffener, Senior*innen hinsichtlich der Verringerung von Sarkopenie in ihre Tätigkeiten bzw. ihren Alltag zu integrieren.
- Netzwerkaufbau & Arbeitsstrukturen: In den Modellkommunen bestehen tragfähige, ressortübergreifende Netzwerke, die Ernährung, Pflege und Teilhabe im Alter langfristig miteinander verknüpfen und koordinieren.
- Kommunale Verankerung: In die Tätigkeiten der Modellkommune werden Aspekte zur Verbesserung der Lebensqualität insbesondere von Ernährungsarmut betroffener Senior*innen hinsichtlich der Verringerung von Sarkopenie integriert.
Aktuelle Informationen rund um das Projekt
Wir freuen uns, das neue IN FORM-Projekt GUENSTIK – „Gesunde Ernährung für Senior*innen: Teilhabe und Integration in der Kommune“ in der Vernetzungsstelle Seniorenernährung Schleswig-Holstein zu starten. Seit dem 1. Juli 2026 setzen wir das Projekt um und befinden uns bereits im Austausch mit Kommunen in Schleswig-Holstein. Gemeinsam mit zwei interessierten Modellkommunen möchten wir tragfähige Netzwerke aufbauen und Arbeitskreise etablieren. Ziel ist es, Maßnahmen zur Förderung einer gesunden Ernährung im Alter gemeinsam zu diskutieren, zu entwickeln und nachhaltig in den Kommunen zu verankern.
Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit unseren zukünftigen Kooperationspartner*innen und darauf, gemeinsam nachhaltige Strukturen für eine gesunde Ernährung im Alter zu schaffen.
Ernährungsarmut
„Von materieller Ernährungsarmut betroffen sind Menschen, denen es aufgrund fehlender finanzieller Mittel nicht möglich ist, sich gesundheitsfördernd zu ernähren.“ So definiert der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik, Ernährung und gesundheitlichen Verbraucherschutz (WBAE) den Begriff der materiellen Ernährungsarmut. Die soziale Ernährungsarmut geht darüber hinaus. Essen hat eine wichtige soziale Bedeutung und ist eng mit Teilhabe, Zugehörigkeit und Lebensqualität verbunden. Soziale Ernährungsarmut beschreibt Einschränkungen in den sozialen und kulturellen Funktionen der Ernährung. Sie zeigt sich beispielsweise darin, dass Menschen aus finanziellen Gründen nicht ins Café gehen oder keine Gäste zu sich nach Hause einladen können. (WBAE, März 2023)
In Deutschland sind laut FAO rund 3 Millionen Menschen von Ernährungsarmut betroffen. Es ist davon auszugehen, dass ältere Menschen besonders häufig betroffen sind: Beinahe jede fünfte Person ab 65 Jahren gilt als armutsgefährdet und ist damit überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen (Statistische Ämter des Bundes und der Länder 2024; Göbel & Grabka 2011).
Materialien
Das alles ist Fingerfood
Als Fingerfood werden portionsweise Häppchen bezeichnet, die ohne Besteck mit maximal zwei Bissen gegessen werden können und gut zu greifen sind.
UNBEDINGT BEACHTEN!
- Häppchen auf keinen Fall mit Spießchen zusammenstecken!
- Häppchen sollten sich vom Teller und der Umgebung farblich gut abheben!
- Häppchen sollten nicht gleich auseinanderfallen!
- Häppchen sollte leicht zu greifen sowie einfach zu kauen und schlucken sein!
Speisen einnehmen: Tipps und Empfehlungen
Eine ruhige, strukturierte und einladende Essumgebung kann für Menschen mit Demenz hilfreich sein, um Ablenkung und Überforderung zu vermeiden und den Essprozess zu erleichtern. „Eat by walking“ kann insbesondere bei starkem Bewegungsdrang die Nahrungsaufnahme unterstützen. Wenn körperliche Einschränkungen die Einnahme von Mahlzeiten erschweren, können verschiedene Hilfsmittel genutzt werden.
Hilfsmittel für mehr Freude beim Essen
Weitere Informationen und Hilfen
Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein
Das Kompetenzzentrum Demenz ist Ansprechpartner zu allen Fragen rund um Demenz. Es hat den Auftrag, die Versorgungsstrukturen des Landes Schleswig-Holstein für Menschen mit Demenz und deren Angehörige auszuweiten, zu verbessern und qualitätsgesichert zu erhalten. --> zur Webseite (externer Link)
Mit dem Demenzwegweiser-SH bietet das Kompetenzentrum Demenz in Schleswig-Holstein überdies ein Portal an, auf dem schnell und übersichtlich passende Ansprechpartner*innen und Informationen in Schleswig-Holstein gefunden werden können. --> zum Demenzwegweiser-SH (externer Link)
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Broschüre der DGE: „Essen und Trinken bei Demenz“
In der Broschüre werden Maßnahmen zur Versorgung von dementiell Betroffenen vorgestellt. --> PDF herunterladen (externer Link)
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Podcast-Folge: „Essen vergessen?! Blickwinkel Demenz“
Die Podcast-Folge der DGE Sektion Niedersachsen gibt praktische Tipps, wie betreuende Personen die Verpflegung von Demenz-Betroffenen unterstützen können. --> zur Podcastfolge (externer Link)
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Demenzzahlen
Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. stellt die aktuellen Zahlen für Deutschland dar (Stand: Ende 2023) und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung. --> zur Webseite (externer Link)
Das Kompetenzzentrum Demenz in Schleswig-Holstein stellt die Zahlen für Schleswig-Holstein dar (Stand: Ende 2022). --> zur Webseite (externer Link)