Bisherige Erkenntnisse verdeutlichen den Bedarf, die Gesundheit von werdenden Müttern, jungen Familien und Kleinkindern, inbesondere vor dem Hintergrund zunehmender Prävalenz für Übergewicht, Adipositas und Diabetes mellitus Typ 2, stärker in den Fokus zu nehmen.

Die Herausforderung

Verschiedene Studien in Deutschland, darunter die KiGGS sowie DEGS, zeigen, dass in Deutschland nach wie vor Übergewicht und Adipositas Erkrankungen sind, die durch eine hohe Prävalenz negativ auffallen. Die Entwicklung der Zahlen lässt leider vermuten, dass bisherige Programme gegen Übergewicht und Adipositas, vor allem bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen, wenig Erfolg zeigen. Unter dem Gesichtspunkt, dass bisherige Methoden und Programme nicht die richtigen waren, soll ein neues Konzept entwickelt werden. Die ersten 1000 Tage bieten innerhalb des neuen Konzepts einen konkret abgesteckten Zeitraum, welcher für eine nachhaltige Präventionsarbeit in den Fokus gerückt ist.

Die Ernährung in den ersten 1000 Tagen betrifft Frauen im gebärfähigen Alter, Schwangere, (zukünftige) Väter, junge Familien und Erziehungsberechtigte. In dieser Zeit wird die Zielgruppe von mehreren Berufsgruppen begleitet und betreut. Zu diesen gehören vor allem Ärzt*innen (Frauenärzt*innen, Kinderärzt*innen, Diabetolog*innen), (Familien) Hebammen und Entbindungshelfer, pädagogische Fachkräfte (Erzieher*innen, Tagespflegepersonen, hauswirtschaftliche Fachkräfte), (Familien) Gesundheits,- und Kinderkrankenpfleger*innen, Gesundheits,- und Krankenpfleger*innen und Ernährungsberater*innen.

Die Herausforderung innerhalb des Konzepts liegt somit vor allem darin, ein Netzwerk aufzubauen, dass einerseits die verschiedenen Fachgruppen verknüpft und andererseits die koordinierte Weitergabe von entsprechenden Informationen an die Zielgruppe gewährleistet.

Die Arbeitsgruppe

Zum Thema die ersten 1000 Tage rund um die Geburt wurde auf Initiative des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Jugend, Familie und Senioren des Landes Schleswig-Holstein eine Arbeitsgruppe gegründet. Die DGE ist federführend innerhalb dieser Gruppe, in der weitere Akteur*innen, wie Vertreter*innen des Verbands der Frauenärzt*innen, des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der Kinder- und Jugendärzt*innen und des Hebammenverbandes SH vertreten sind. Die Arbeitsgruppe startete Anfang 2018 mit der theoretischen Erarbeitung eines Konzeptes für Schleswig-Holstein.

Die Arbeitsgruppe hatte und hat die Aufgabe, aus den theoretischen Grundlagen die Möglichkeiten für eine praktische Umsetzung zu erarbeiten und dabei die Beobachtungen, Erfahrungen, Sichtweisen und Bedarfe der einzelnen Berufsgruppen zusammenzutragen, um daraus eine wirkungsvolle Herangehensweise zu erarbeiten.

Die Motivation zur Gründung der Arbeitsgruppe entsprang aus der Arbeitsgruppe Diabetes, da Diabetes (Typ 2) zu einer der bedeutsamsten Erkrankungen gehört, welche es auch im Zeitraum der ersten 1000 Tage besonders zu berücksichtigen gilt.

Ziele und Maßnahmen

Das übergeordnete Ziel ist die Förderung eines gesunden Lebensstils und somit die Verbesserung der Gesundheit von werdenden und jungen Müttern sowie Säuglingen und Kleinkindern. Besonders im Fokus steht die Prävention von Übergewicht und Diabetes. Um dieses Ziel zu erreichen, ist zunächst eine möglichst flächendeckende Sensibilisierung für das Thema bei den beteiligten Berufsgruppen notwendig. Es müssen Strukturen aufgebaut und nachhaltig gepflegt werden, die die Beratung und Weitergabe von einheitlichen Informationen für Schwangere bzw. junge Familien von bzw. durch Frauenärzt/innen, über Hebammen, (Kinder)Krankenpflegende, Kinder und Jugendärzt/innen, medizinischem Fachpersonal bis zu Tagespflegepersonen bzw. pädagogischem Personal in Kitas, gewährleisten.

Innerhalb des Konzeptes sollen Strukturen aufgebaut werden, innerhalb derer die Unterstützung für die Zielgruppe geleistet werden kann. Ab Feststellung der Schwangerschaft bis zum Ende des zweiten Lebensjahres ist eine durchgängig aufeinander abgestimmte Präventionsstrategie sinnvoll, bei der alle beteiligten Professionen die Familien schrittweise auf Basis gleichlautender Informationen und Materialien beraten und begleiten.

Beim Fachtag am 28.11.18 wollen wir mit Vertreter*innen der verschiedenen Berufsgruppen sowie Expert*innen innerhalb von Workshops erarbeiten, welche Möglichkeiten es für eine optimale Beratungs- und Unterstützungsstruktur für schwangere Frauen und junge Familien in Schleswig-Holstein gibt und wie diese gestaltet werden können.